Ruth Engelbert
„Es gilt frei Geständnis in dieser unsrer Zeit, / ein offenes Bekenntnis bei allem Widerstreit, / trotz aller Feinde Toben, trotz allem Heidentum / zu lieben und zu loben das Evangelium.“
Diese Liedstrophe war das Motto eines Vortrages, den der Bochumer BK-Pfarrer Walter Engelbert im November 1933 in der Melanchthon-Gemeinde halten wollte, der jedoch aufgrund von Interventionen des DC-Presbyteriums und der Gestapo Bochum verhindert wurde.
Der Titel dieses Buches deutet die Beweggründe von Pfarrer Walter Engelberts Verhalten während der Zeit des Nationalsozialismus an, das prägnant als „Widerstehen“ gekennzeichnet werden kann. Zwar ist er nicht den Weg in den politischen Widerstand gegangen, hat jedoch von seiner theologischen Glaubensüberzeugung her dem nationalsozialistischen Geist in Kirche und Gesellschaft entschieden widerstanden.
Das vorliegende Buch zeichnet Engelberts Lebensweg, insbesondere sein Wirken als Pfarrer der Bekennenden Kirche in Bochum und Detmold, nach. Im Mittelpunkt steht dabei die kommentierende Darstellung seiner Predigten, Vorträge und Zeitungsartikel, die aus dem Nachlass zusammengestellt worden sind.
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TEIL I
Vorwort
Einleitung
Aufgabenstellung
Der Begriff "Kirchenkampf"
Der Protestantismus vor und nach dem Wendejahr 1933
Die Barmer Theologische Erklärung vom 31. Mai 1934
Kapitel 1: Biographische Notizen zu Walter Engelbert
Herkunft - Studium - Hilfspredigertätigkeit - Pfarramt - Familiengründung
Kapitel 2: Das Jahr 1933
2.1 Die politische Wende 1933
2.2 Das "Bochumer Pfingstbekenntnis"
von Juni 1933
2.3 Walter Engelbert als Pfarrer der
Melanchthongemeinde Bochum-Wiemelhausen
2.4 Annäherungen an die NSDAP?
2.5 Hinwendung zur Bekennenden Gemeinde:
Schriftliche Zeugnisse in Predigten,Vorträgen
und Aufsätzen
Kapitel 3: Walter Engelberts Beteiligung am Kirchenkampf in Bochum von 1933 bis März 1938
3.1 Zugehörigkeit zur Bekennenden Kirche
3.2 DC-Mehrheit in Bochum-Wiemelhausen
3.3 Verbot der Nutzung des Gemeindehauses für die Bekenntnisgemeinde (November 1933)
3.4 Denunziationen wegen Vergehens gegen das Heimtückegesetz (1934-1937)
3.5 "Chronik des Kirchenkampfes" in 1. und 2. Auflage (1934/35): Verbreitung -
Beschlagnahmung - Nachdruck in Breslau
3.6 Aufsatz "Ein Unglückstag" Zum Jahresgedächtnis der Sportpalastkundgebung
vom 13. 11. 1933 (Druck: 1. Dezember 1934)
3.7 Verbot der Nutzung des Gemeindehauses für die Bibelstunden der Bekenntnisgemeinde und Rücknahme des Verbots (Advent 1934)
3.8 Weitere Beispiele innergemeindlicher
Auseinandersetzungen ab Herbst 1934:
3.81 Pfarrer Walter Engelbert (BK) und Pfarrer Dr. Otto Klein (DC)
3.82 Zur Entwicklungsgeschichte der Frauenhilfe
im Melanchthonbezirk
3.9 Schulgottesdienst am Reformationstag 1935 mit anschließendem Verbot der Erteilung des Religionsunterrichts durch Pfarrer Walter Engelbert in den
Räumen der Schillerschule
3.10 Predigt "Die Nation vor Gott" am Buß- und
Bettag 1935
3.11 Verteidigungsschrift Walter Engelberts - Verhöre
vor Gericht - Amnestie 1936
3.12 Überlastung im Amt - Absprache mit Pfarrer Gerhard Niedermeier - Wechsel ins
lutherische Pfarramt Detmold
Kapitel 4: Fortsetzung des kirchenpolitisch konfliktreichen Weges in Detmold von April 1938 bis Januar 1941
4.1 Schriftliche Eingaben lippischer Pfarrer betr.
KZ-Einweisung Martin Niemöllers, 1938
4.2 Der Treueid der Geistlichen und der
Kirchenbeamten, 1938
4.3 Anzeige durch einen Konfirmanden,
Dezember 1938
4.4 Dringlichkeitsantrag zur Freiheit volksmissionarischer Verkündigung durch das gesprochene und gedruckte Wort, Dezember 1940
Kapitel 5: Die Predigt am Heiligen Abend 1940 und ihre Folgen: Schutzhaft
5.1 Hauptpunkte der für Walter Engelbert
verhängnisvollen Gedankenführung
5.2 Die Anklagepunkte im "Tagesrapport Nr. 4" der
Gestapo Bielefeld vom 13. Januar 1941
5.3 Die den Anklagepunkten zugrunde liegenden
Formulierungen in der Predigt
5.4 Der Schutzhaftbefehl
5.5 Der Briefwechsel der Rechtsanwälte (Auszüge)
Kapitel 6: Einstellung des gerichtlichen
Verfahrens und Zugriff der Gestapo Bielefeld
6.1 Die Ereignisse vor Ostern 1941 -
Schreiben des Rechtsanwalts Dr. Erhorn
6.2 Briefe aus der Haftzeit (Briefwechsel zwischen
Walter und Edith Engelbert)
Kapitel 7: Absturz in die Hoffnungslosigkeit
7.1 Entlassung aus der Haft am 16. Juni 1941 mit sofortiger polizeilicher Ausweisung aus Westfalen und Lippe
7.2 Briefe nach der Entlassung und Ausweisung
Kapitel 8: Walter Engelberts Enttäuschung über das Verhalten der Kirchenbehörde
8.1 Der Entpflichtungsbeschluß des lippischen
Landeskirchenrates
8.2 Walter Engelberts Zwischenbilanz gegenüber der Kirchenbehörde nach seiner Einberufung zum Wehrdienst
8.3 Die Entschärfung des Entpflichtungsbeschlusses
8.4 Die Lippische Landeskirche zwischen
Bekenntnistreue und Staatsloyalität
Kapitel 9: Einberufung zum Kriegsdienst (August 1941) und Rückkehr aus der Kriegsgefangenschaft (September 1945)
9.1 Einsatz in Frankreich und Holland
9.2 Itinerar einer sich verzögernden Entlassung: Plaggenburg bei Aurich - Emden -
Wilhelmshaven - Munsterlager
9.3 Feldpostbriefe 1941-1945 (Walter Engelbert)
TEIL II
Dokument 1: Ein Unglückstag? - Zum Jahres-gedächtnis der Sportpalastkundgebung vom 13. November 1933. - Aufsatz in:
Das Evangelische Westfalen, 1. Dezember 1934
Dokument 2: Bleibe! - Konfirmationspredigt am 24. März 1935 in der Melanchthonkirche zu Bochum-Wiemelhausen
Dokument 3: Die Nation vor Gott
3.1 Predigt am Buß- und Bettag, 21. November 1935, in der Melanchthonkirche
3.2 Verteidigungsschrift Walter Engelberts
vom 3. Januar 1936 für die Gestapo
Dokument 4: Der Babylonische Turm
4.1 Predigt am 11. Oktober 1931 in der Melanchthonkirche
4.2 Nachwort von Dezember 1935
Dokument 5: Das große Friedensangebot Gottes. - Predigt am Heiligen Abend 1940 in der lutherischen Kirche zu Detmold
Dokument 6: Briefe aus der Haftzeit (Walter und Edith Engelbert)
Dokument 7: Feldpostbriefe 1941-1945 (Walter Engelbert)
NACHWORT
Kirchliche Stimmen nach 1945
Danksagung
ANHANG
Anmerkungen
Abbildungen
Dokumente
Formalia
Abkürzungen
Quellenverzeichnis
Literaturverzeichnis
Bild- und Dokumentennachweis
Personenregister
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