Der Preis wird ab 2009 wieder im zweijährigen Turnus jeweils im Herbst vom Evangelischen Kirchenkreis Bochum in Verbindung mit dem Verlag Hartmut Spenner, Kamen und in Abstimmung mit der Hans-Ehrenberg-Gesellschaft verliehen. Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert und wird im Jahr 2009 an Dr.Edna Brocke, Leiterin der Alten Synagoge Essen, Haus jüdischer Kultur, verliehen.
Der Preis erinnert das Leben und Werk von Dr. Hans Ehrenberg, Philosoph, jüdisch-christlicher Theologe, Publizist und eine der führenden Persönlichkeiten der Bekennenden Kirche. Das von Hans Ehrenberg verantwortete "Bochumer Bekenntnis" bezeugte bereits im Juli 1933 den "Sohn des lebendigen Gottes, des Gottes Abrahams, Isaaks und Jakobs". In den Jahren des Kirchenkampfes sei, so Günter Brakelmann, "kaum ein Theologe zu finden, der so unentwegt an dem Kirche-sein der Kirche als Gegenmodell zum neuheidnischen NS-Tempel gearbeitet hat wie Ehrenberg". Zugleich ist Hans Ehrenberg einer der Begründer der Dialogphilosophie und der nach ihm benannte Preis dem protestantischen Prinzip verpflichtet, im Dialog mit Menschen anderer politischer, religiöser und wissenschaftlicher Überzeugung die Welt auf Gott hin zu verändern.
Mit dem Hans-Ehrenberg-Preis werden daher Persönlichkeiten ausgezeichnet, die genuin protestantische Profile in öffentlicher Auseinandersetzung vertreten und - in aktuellen gesellschaftspolitischen Diskursen, in der interdisziplinären Wissenschaft und im Bereich kirchlichen Handelns - vergegenwärtigen.
Die Mitglieder der Jury: Superintendent Fred Sobiech sowie Vorstandsmitglied Dr. Ernst-Albrecht von Renesse als Repräsentanten des Evangelischen Kirchenkreises Bochum, der Verleger Hartmut Spenner, Dr. Traugott Jähnichen, Inhaber des Lehrstuhls für christliche Gesellschaftslehre der Ruhr-Universität Bochum als Vertreter der Hans-Ehrenberg-Gesellschaft sowie der Theologische Vizepräsident der Evangelischen Kirche von Westfalen, Dr. Hans-Detlef Hoffmann. Zur Bewerbung um den Hans-Ehrenberg-Preis kann eine Ausschreibung stattfinden.
DIE PREISTRÄGER
2009: Edna Brocke
2006: Aktion Sühnezeichen Friedensdienste
2004: Robert Leicht
2002: Manfred Kock / Karl Kardinal Lehmann
2000: Günter Brakelmann
Preisträger 2009: Dr. Edna Brocke "Israel & Wir" ist das Thema des Festaktes, in dem Dr. Edna Brocke, Leiterin der Alten Synagoge Essen, des Hauses jüdischer Kultur, für die Impulse gewürdigt wird, die sie zur Neuorientierung des deutschen Protestantismus gegenüber dem Judentum und dem Staat Israel gegeben hat. Ihre Analysen des Verhältnisses von Juden, Israelis und deutschen sowie ihre Kritik des modernen Antisemitismus befähigen sie dazu, aus dem jüdisch-christlichen Dialog heraus "das Unterscheidende fruchtbar zu machen für mich und den anderen, weil die Grenze der wirklich fruchtbare Ort der Erkenntnis ist." An der Laudatio in Gesprächsform beteiligen sich der Geschäftsführer der Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010 Dr. Fritz Pleitgen, der Neutestamentler Dr. Klaus Wengst sowie Ehrenberg-Biograph Dr. Günter Brakelmann. |
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Preisträger
2006: Aktion Sühnezeichen Friedensdienste "Der Selbstgerechtigkeit und dem Hass eine Kraft entgegensetzen", heißt es im Gründungsaufruf der Aktion Sühnezeichen Friedensdienste. Wenige Wochen nach dem Tod Hans Ehrenbergs gegründet, hat die Berliner Organisation - aus der Einsicht heraus, dass die evangelische Kirche eine Mitverantwortung trägt für die Verbrechen des NS-Regimes - einer europäischen Erinnerung und Verständigung den Weg geebnet. Die Laudatio hielt in Vertretung des Bundesministers des Innern, Dr. Wolfgang Schäuble, dessen Parlamentarischer Staatssekretär Peter Altmaier, MdB. Mit ihm diskutierten zum Thema "Wie weit reicht Europa?" Lale Akgün, MdB, Axel Schäfer, MdB, Präses Alfred Buß und WAZ-Chefredakteur Ulrich Reitz. Dr. Franz von Hammerstein, Ehrenvorsitzender der ASF, nahm den Preis entgegen. |
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| Preisträger
2004: Prof. Dr. h.c. Robert Leicht Der Journalist Prof.Dr. h.c. Robert Leicht, Politischer Korrespondent der Hamburger Wochenzeitung DIE ZEIT, wurde für seine publizistischen Interventionen ausgezeichnet, mit denen er den Kern der reformatorischen Lehre - dass die Würde des Einzelnen mehr ist als die Summe seiner Taten und Untaten - in gesellschaftspolitischen Auseinandersetzungen aktualisiert. Die Laudatio zum Thema "öffentlich & frei" hielt die Landesbischöfin der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers, Dr. Margot Käßmann. Der Präsident des Deutschen Bundestages, Dr. Norbert Lammer, sprach eines der Grußworte. |
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| Preisträger
2002: Präses Manfred Kock und Karl Kardinal Lehmann Den Hans-Ehrenberg-Preis 2002 haben der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Karl Kardinal Lehmann, und der Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland, Präses Manfred Kock, gemeinsam entgegengenommen. Ausgezeichnet wurden die obersten Repräsentanten der beiden Kirchen für ihre Verdienste um das ökumenische Gespräch, in dem sie für eine Zukunft in Solidarität und für weltweite Gerechtigkeit eintreten. Die Laudatio über das gemeinsame Sozialwort der Kirchen hielt der ehemalige Bundeswirtschaftsminister Dr. Otto Graf Lambsdorff. Eines der Grußworte sprach der Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen, Peer Steinbrück. Programm der Preisverleihung: Presseerklärungen: |
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| Preisträger
2000: Prof. Dr. Günter Brakelmann Erstmals verliehen wurde der Hans-Ehrenberg-Preis an Prof.Dr. Günter Brakelmann, dessen Publikationen das Leben und Werk Hans Ehrenbergs vergegenwärtigt und in ihrer Bedeutung für Kirche und Gesellschaft erschlossen haben. Die Laudatio hielt der Theologische Vizepräsident der Evangelischen Kirche von Westfalen, Dr. Hans-Detlef Hoffmann. Fritz Pleitgen, Intendant des WDR, moderierte ein Podium zum Thema "Protestantismus und politische Kultur". Auszüge aus dem Programm der Preisverleihung: |
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Das Mosaik in der Titelleiste
stammt aus der Christuskirche Bochum.
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