Günter Brakelmann und Manuela vom Brocke (Hg.)
EMANZIPATION UND ANTISEMITISMUS
Arbeits- und Lesebücher Band 2
Günter Brakelmann
An der Bewertung des Hofpredigers und Politikers Adolf Stoecker (1835-1909)
scheiden sich bis heute die Geister. Vor allem sein Antisemitismus steht im
Zentrum des Interesses und der Kritik.
Der Verfasser arbeitet konsequent quellenorientiert und zeichnet die Entwicklung
des Pfarrers, des späteren Hofpredigers und des christlich-sozialen Parteipolitikers
im Kontext der politischen und ökonomisch-sozialen Entwicklung seiner Zeit
nach. Es wird deutlich, daß Stoecker eine Epochenfigur im Zweiten Deutschen
Reich ist. Sein Verhältnis zum Reichskanzler Bismarck und zu den beiden
Königen und Kaisern wird als ein kritisches und kompliziertes dargestellt.
Zentral ist die Frage nach der Funktion seines christlichen Antijudaismus und
seines politischen Antisemitismus. Seine Übereinstimmung mit der zeitgenössischen
antisemitischen Bewegung, aber auch seine Kritik am radikalen Antisemitismus
ist Gegenstand der Untersuchung. Wie Stoecker öffentlich geredet hat, zeigen
seine zahlreichen parlamentarischen Reden im Reichstag und im Preußischen
Abgeordnetenhaus. Auch sein zahlreiches Schrifttum wird auf die zentrale Frage
nach der Rolle seines Antisemitismus hin untersucht. Es ergibt sich das Bild
eines leidenschaftlichen Parteigängers in Politik und Kirche.
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Sie auch Emanzipation und Antisemitismus
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Inhaltsverzeichnis Teil 1 (
Teil 2)
Inhaltsverzeichnis
Kapitel 1
Daten, Fakten, Artikel, Reden und Schriften aus dem Leben Stoeckers
Kapitel 2
Leben und Wirken des Antisemiten Stoecker im Kontext seiner Zeit
1. Herkunft - Studium - Wanderjahre -- frühe Publizistik
2. Positionen in der frühen Publizistik
3. Beobachter und Kommentator des Vatikanischen Konzils
4. Politischer und theologischer Kommentator des deutschfranzösischen Krieges
5. Sorgen im Triumph
6. Zwischenbilanz vor der Wende 187$/79
7. Auseinandersetzung mit Richard Wagner
8. Auf dem Weg zur Rezeption des Antisemitismus
9. Die Gründung des Zentralvereins für Sozialreform
10. Das Wendejahr 1878/79
11. Die Gründung der Christlich-Sozialen Arbeiterpartei
12. Konflikt mit dem Evangelischen Oberkirchenrat und Eintritt in die Parlamente
13. Ein zeitgenössischer Kanon antisemitischer Polemik
14. Die Berliner Bewegung
15. Kooperationen und Konflikte mit dem radikalen Antisemitismus
16. Die großen Reden gegen das Judentum
17. Antijüdischer Redner im Abgeordnetenhaus und im Reichstag
18. Im Geflecht von Konflikten
19. Das Tivoli-Programm 1892
20. Interpret der politischen, geistigen und religiösen Lage der Zeit
21. Parlamentarier, Parteiführer und Publizist in der Wilhelminischen Ära
22. Ein Fazit
Anhang
Literatur über Stoecker (chronologisch)
(Allgemeines Literaturverzeichnis zum Antisemitismus siehe
Bd. 1, 364ff)
Inhaltsverzeichnis Teil 2 (
Teil 1 )
Verzeichnis der Dokumente
1. Programm des Zentralvereins für Sozialreform vom 1.6.1878
2. Programm der Christlich-Sozialen Arbeiterpartei von Januar 1878
3. Forderungen an das moderne Judentum, Rede vom 19.9.1879
4. Notwehr gegen das moderne Judentum, Rede vom 26.9.1879
5. Die Selbstverteidigung des modernen Judentums in dem Geisterkampf der Gegenwart,
Rede vom 5.1.1880
6. Antisemitenpetition von 1880
7. Beschwerde des Bankiers v. Bleichröder an Kaiser Wilhelm I über
Stoeckers Agitation vom 18.6.1880
8. Schreiben Stoeckers an Wilhelm I vom 23.9.1880
9. Rede im Preußischen Abgeordnetenhaus am 22.11.1880
10. Erlass von Wilhelm I an Stoecker vom 29.12.1880
11. Das unzweifelhaft Berechtigte, Edle und Notwendige der gegenwärtigen
antijüdischen Bewegung, Rede vom 4.2.1881
12. Prinzipien, Tatsachen und Ziele in der Judenfrage, Rede vom 20.5.1881
13. Brief vor der Reichstagswahl vom 26.10.1881
14. Das Judentum im öffentlichen Leben eine Gefahr für das Deutsche
Reich, Rede vom 3.2.1882
15. Die antijüdische Bewegung, gerechtfertigt vor dem Preußischen
Landtag, Rede vom 25.2.1882
16. Thesen auf dem Dresdner Antisemitenkongress Sept. 1882
17. Der Antisemitenkongress in Dresden, Bericht in der NEKZ vom 30.9.1882
18. Der zweite antijüdische Kongress, Bericht in der NEKZ vom 19.5.1883
19. Die Berliner Juden und das öffentliche Leben, Rede vom 2.7.1883
20. Erlass Kaiser Wilhelms I an den Hofprediger Stoecker vom 29.11.1883
21. Schreiben Stoeckers an den Präsidenten des EOK Hermes vom 30.11.1883
22. Schreiben des Präsidenten des EOK Hermes an Stoecker vom 27.7.1885
23. Schreiben des Prinzen Wilhelm an Wilhelm I vom 5.8.1885
24. Rede im Preußischen Abgeordnetenhaus vom 24.1.1889
25. Schreiben Stoeckers an Kabinettsrat Lucanus vom 8.4.1889
26. Wie haben Deutsche und Christen sich gegen die jüdischen Mitbürger
zu verhalten? (Flugblatt von Juni 1889)
27. Entlassungsgesuch Stoeckers an Kaiser Wilhelm II vom 4.11. 1890
28. Neujahrsbetrachtung 1893 in der Evangelischen Kirchenzeitung "Wege
und Ziele"
29. Rede im Preußischen Abgeordnetenhaus vom 28.1.1893
30. Rechenschaftsrede über den Austritt aus der Konservativen Partei vor
der Christlich-Sozialen Partei vom 8.2.1896
31. Programm der Christlich-Sozialen Partei vom 28.2.1896
Anhang
Stoecker als Zeithistoriker:
1. Einleitung zum Sammelband „Christlich - sozial" (1890)
2. Dreizehn Jahre Hofprediger und Politiker (1895)
3. Die Anfänge der antijüdischen Bewegung in Berlin. Eine Jubiläumsbetrachtung
(1906)
4. Die Berliner Bewegung ein Stück deutscher Erweckung (1906)
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